Foto-Tagebuch "Sanierung der Hohen Brücke" Teil 6

 

KW 42
In dieser arbeitsfreien Woche liegt der fertige Bereich der Brücke am
Feldhausener Weg im "Dornröschenschlaf": Bunt gefärbtes heruntergefallenes Herbstlaub von den angrenzenden Bäumen liegt auf den neuen Betonplatten und dem seitlichen Grünstreifen. Einige Hinterlassenschaften zeugen von neugierigen Besuchern

 

 

KW 43
21.10. Der letzte Bauabschnitt beginnt mit der Demontage der letzten
Geländerteile und Betonplatten. Da nun die Arbeiten direkt über der Fahrtrasse liegen, sind hier strenge Auflagen seitens der Bahn AG zu erfüllen. Ein Sicherheitsmann als Streckenposten unterhalb der Brücke am Gleisstrang überwacht die Arbeiten. Während der zugfahrenden Zeit, in jeder Stunde jeweils von 20 Min. vor bis 20 Min. nach, müssen die Abbrucharbeiten unterbrochen werden. Das bedeutet für die Arbeiter 20 Minuten unter Hochdruck arbeiten und anschließend wieder 40 Minuten Pause. Dieses Prozedere zieht die Abbrucharbeiten natürlich unweigerlich in die Länge. Die Arbeiter warten ungeduldig auf die Freigabe.

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8:00 Uhr: Der große Schares-Kran wird auf dem Plateau vor der Hohen Brücke an der Gelsenkirchener Straße in Position gebracht. Die Arbeiter von T&K und Breuer haben bereits die Baustelle soweit vorbereitet, dass sofort bei Freigabe um 8:20 Uhr zunächst mit dem Abbruch einiger Betonplatten begonnen wird. Dann folgt das Abbrennen der Geländerpfosten. Damit es schneller geht, werden die Geländerteile von beiden Seiten jeweils als Ganzes vom Kran durch die Luft auf den Vorplatz gehievt. Erst hier werden die Geländer mittels Schrottbrenner in Stücke geteilt und anschließend auf einen Anhänger geladen.

- Pause -

 

9:20 Uhr: Im nächsten Intervall wird das Abräumen der alten Betonplatten weitergeführt. Sie werden direkt in einen Entsorgungscontainer geladen.Dieter Dreckmann bringt mit dem Gabelstapler zwei volle Wassertanks, die für die spätere Hochdruckreinigung benötigt werden.

 

- Pause -

10:20 Uhr: Es werden weitere Betonplatten demontiert. Der Entsorgungscontainer ist voll, es wird schnell ein neuer angefordert.

- Pause -

11:20 Uhr: Noch vier Platten sind abzuräumen. Zügig gehen die Arbeiten von statten. Die letzte Betonplatte schwebt um 11:30 Uhr - kurz vor Ende der Arbeitsphase - Richtung Container. Andreas Rexfort brennt anschließend die verbliebenen Reste der Geländerfüße ab. Die glühenden Stahlstumpen fallen unten auf´s Gleisbett, kühlen dort aus und werden später aufgesammelt.

Der Kran und der Kranführer haben ihre Arbeit für heute erledigt und werden nicht mehr gebraucht. Der Kranausleger wird Stück für Stück eingefahren. Es ist schon ein phänomenaler Anblick, wenn sich solch ein Kran zusammenfaltet!

In der Pause bereiten die Arbeiter alles zum Reinigen des Brückenkörpers vor.
Der Hochdruckreiniger und eine Kabeltrommel werden auf´s Rollgerüst geschnallt. Ein Elektromeißel wird auch auf´s Gerüst gepackt. Schläuche werden an die Wasserpumpe angeschlossen. Der Moppel wird angeworfen und ein Probelauf startet. Alles klappt.
12:20 Uhr: Die Arbeiter nehmen ihre Position in der Gerüstgondel ein und los geht´s.
Der Brückenkörper wird vom groben Schmutz befreit. Stück für Stück arbeiten sich die Männer voran, wobei das Rollgerüst immer weiter zur Brückenmitte geschoben wird. Zum Glück brauchen sie jetzt keine lange Pause mehr machen. Es genügt, wenn sie beim Arbeiten direkt über dem aktiven Gleis während einer Zugpassage die Arbeiten kurz unterbrechen. Die Züge müssen diese Stelle in Schleichfahrt passieren. Der Sicherheitsmann hat immer ein waches Auge auf die Arbeiter.

Detlef Timmer kommt auch vorbei - schaut nach dem Rechten und fachsimpelt mit dem Sicherheitsmann.


Zwischenzeitlich kommt Johannes Breuer mit zwei Dibondplatten von der anderen Seite - Feldhausener Weg - auf die Brücke. Die Kunststoffplatten sind mit dem Wappen des Feldmärker Schützenvereins bedruckt und sollen von außen die Brücke zieren. Mittels Nieten werden die Platten jeweils auf der Nord- und Südseite befestigt. Dazu ist teilweise eine waghalsige Akrobatik von Johannes Breuer nötig.
Vorstandsmitglied und Schriftführer Wilfried Lange schaut dem Handwerker zu und Detlef Timmer leistet handfeste Hilfe.



Nachmittags beginnen die Arbeiter mit den Schleif-Arbeiten am Stahlkörper um alle Roststellen zu beseitigen.


22.10. Einige Restschleifarbeiten müssen noch erledigt werden bevor es mit dem
Voranstrich in "resedagrün" beginnen kann. Die vier Männer arbeiten zügig von der Mitte aus Richtung Gelsenkirchener Straße: Zwei Arbeiter streichen die Stahlträger von innen und je einer steht in der Außengondel und trägt die Farbe auf. Bei einer Zugpassage heißt es "Ducken"!

 

Da die Vorstrichfarbe eine kurze Trocknungszeit hat, kann nach der Mittagspause mit dem endgültigen Anstrich der Farbe "DB 601 - grün seidenglänzend" begonnen werden. Das Streichen soll heute noch fertig werden, denn für Mittwoch ist Regen vorhergesagt.