Foto-Tagebuch "Sanierung der Hohen Brücke" Teil 5

 

KW 41
07.10. Endlich ist die Farbe da und es kann gestrichen werden. Für den gesamten Anstrich des Stahlkörpers werden 12 Eimer a´ 13 kg Farbe benötigt.

 

09.10. 8:00 Uhr: Einen Tag früher wie ursprünglich vorgesehen, erfolgt die erste Montage der neuen Ersatzteile. Die Baustelle am Brückenkopf am Feldhausener Weg wird eingerichtet: Der große Schares-Kran nimmt seine Position unten neben der Brücke ein. Die Firma T&K erscheint mit Chef Detlef Timmer und zwei Monteuren, die Firma Breuer mit Chef Johannes Breuer und einem Monteur. Sebastian Schneider bringt die neuen Betonplatten mit einem Tieflader. Detlef Timmer stellt sein Nivelliergerät auf und fixiert die Mitte der Brücke, damit beim Verlegen eine maßgerechte Flucht der Platten eingehalten wird.


8:45 Uhr: Ungeduldig warten die beiden Bauleiter des Projektes Detlef Timmer und Johannes Breuer auf die erste Betonplatte. Die erste Wegplatte hängt am Haken des Krans und wird hoch zur Brücke geschwenkt. Langsam und nach den Handzeichen von Detlef Timmer wird die Platte passgenau an ihren Bestimmungsort befördert. Das ist pure Konzentrationsaufgabe für den Kranführer: Er kennt die Funktion seiner Steuerknüppel wie aus dem Effeff und reagiert nur auf die Handbewegung von Detlef Timmer.

Nacheinander werden 15 Betonplatten auf den Stahlkörper gehievt. Dazu werden am Boden zwei extra angefertigte Hebevorrichtungen aus Stahl in die beidseitigen U-Schienen jeder Wegplatte geschraubt und die Haken des Krans eingehängt. Auf dem Stahlträger der Brücke werden als Puffer dünne Gummistreifen aufgelegt. Wenn die Platte oben auf ihrem Platz abgelegt ist, wird jedes Mal nachgemessen und millimetergenau nachgerückt. Dann werden die Hebevorrichtungen wieder abgeschraubt, damit sie für den Hebevorgang der nächsten Platte wieder zur Verfügung stehen. Um Uhr wird die letzte Betonplatte aufgelegt. Auch Karl-Heinz Voßbeck-Elsebusch beaufsichtigte die Montage seiner gefertigten Betonplatten.
Die erste Platte - gesponsert von der Volksbank - trägt sinnigerweise den Spruch "Wir machen den Weg frei". Mit dieser Feldmärker Bürger- und Firmen-Aktion wird wirklich ein tolles Projekt auf den Weg gebracht!

 

Während des Tages kann man auf der anderen Seite an der Gelsenkirchener Straße immer wieder neugierige Besucher entdecken, die sich über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten ein Bild machen wollen.

Bevor die Geländerteile montiert werden, ist erstmal Mittagspause und Stärkung für die nächsten Arbeiten angesagt. Die "Feldmärker Brötchenfee" hat zwischendurch für belegte Brötchen, Plätzchen und Kaffee gesorgt.
Die Arbeiten stehen heute unter keinem guten Stern, denn es gibt mehrere kräftige Regengüsse.

Unten am Boden neben dem Kran wird der leere Tieflader gegen einen Anhänger mit aufgeladenen Geländerteilen ausgetauscht. Es werden jeweils zwei Gurte um den Handlauf eines jeden Geländerteils geschlungen und an den Kranhaken gehängt. Um 13.15 Uhr schwebt das erste Geländerteil hoch durch die Luft. Oben auf der Brücke zeigt sich die genaue Vorherberechnung, denn die drei Stützen passen exakt auf die jeweiligen U-Schienen der Betonplatten. Zuvor werden in den Stützfüßen je vier Spezialschrauben mit Kontermuttern eingesetzt, die dann durch Anziehen sich in den U-Schienen verankern. Mittels Wasserwaage wird die lotgerechte Stellung des Geländers überprüft. Nacheinander werden die einzelnen Teile auf die Brücke gehievt.

Die Pass-Stellen sind leider durch die Zink- und Farbschichten zu eng geworden und das Ineinanderschieben klappt nicht so wie gedacht, so dass hier nachgearbeitet werden muss. Mal mit Muskelkraft und kräftigen Hammerschlägen, mal unter Zuhilfenahme einer Flex. Dieses Nacharbeiten sorgte für erhebliche Verzögerung. Erst um 17.45 Uhr sind alle 12 Geländerteile montiert. Nach Räumen der Baustelle endet ein 10-Stunden-Tag für die Arbeiter.
Auch Theo Breuer - noch lebender Sohn vom einstigen Erbauer der Hohen Brücke, Johann Breuer, und Onkel von Schlossermeister Johannes Breuer - begutachtete wohlwollend die Montagearbeiten.

10.10. 9:00 Uhr: Heute ist Tag der Nach- und Verschönerungsarbeiten. Die Stützmauern am Brückenkopf werden mit grauer Farbe gestrichen.


Das Geländer weist an vielen Stellen Kratzer und Druckstellen und teilweise auch Zink- und Farbpickel auf. Die Kratzer und Druckstellen sind entstanden, weil beim Verpacken der beschichteten Geländer die Farbe noch nicht ganz ausgehärtet gewesen ist. Nun werden diese Stellen abgeschliffen, neu grundiert und mit der Farbe nachgestrichen.



Außerdem erhält jeweils eine Schraube auf den äußeren Stützen eines jeden Geländerteils einen Schweißpunkt zur Sicherung.


Da ein deutlicher Höhenunterschied zwischen den angrenzenden Mauern am Brückenkopf und dem neuen Geländer ist, wird hier noch ein Handlauf angebracht. Johannes Breuer nimmt Maß und fertigt direkt vor Ort eine Zeichnung an.

 

Und nun hat die Bauerei über´s Wochenende erst mal Pause und wir feiern alle gemütlich unser Feldmärker Oktoberfest!

 

12.10. Leider muss einer doch arbeiten: Weil der Freitag total verregnet ist, werden am Samstagmorgen von einem Fachmann die schmalen Fugen zwischen den einzelnen Betonplatten mit elastischem Silikon verfüllt. Das unter dem Namen „Sikaflex“ bekannte Fugenmittel, ein 1-komponenten Dichtstoff auf Polyurethanbasis, sorgt für die Dichtigkeit der Fugen, aber gleichzeitig auch für Elastizität, da eine Brücke immer in leichter Bewegung ist.